
Der EV Zug ist, wie sein Liga-Konkurrent aus Genf, immer für eine Überraschung gut. Doch in diesem Jahr kann der grosse Wurf gelingen. Das Team von Sean Simpson hat sich verstärkt und kann dem einen oder anderen Favoriten ein Bein stellen. Das Erreichen des Halbfinales ist Pflicht.
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Verteidigen das Tor: Barry Richter und Lars Weibel Foto: Thomas Oswald Foto als MMS (CHF 1.50) |
Nicht nur McTavish ist gefordert
Doch nicht nur der Kanadier ist gefordert. Auch Paul Di Pietro und Oleg Petrov müssen noch einmal einen Zacken zulegen. Beide können, wenn sie zusammen auf dem gleichen Niveau spielen, eines der besten Sturm-Duos der Liga werden und Scorerpunkte en masse sammeln. Doch wollen die beiden launischen Spieler dies auch oder spielen sie lieber für die Zuschauer auf der VIP-Tribüne? Dies kann eine der grössten Herausforderungen für Sean Simpson werden. Denn beide Spieler müssen bei Laune und mit viel Eiszeit bedacht werden. Die Frage, die sich dabei stellt, ist auch, ob die Schweizer Spieler diese Bevorzugung tolerieren oder nicht. Wenn ja, kann der EV Zug zu einer wichtigen Grösse in der Liga werden. Wenn nein, dann wird die eine oder andere Geschichte über die Innerschweizer in der Boulvard-Presse erscheinen. Doch das Spiel wird nicht nur im Sturm oder neben dem Eis entschieden.
Lars Weibel besser als in Davos?
So muss denn in der Verteidigung Barry Richter seine Arbeit als Maurer wahrnehmen. Der solide Verteidiger soll vor allem nach hinten absichern und die schnellen Gegenangriffe auslösen, die den Zugern den direkten Zug auf das Tor ermöglichen sollen. Werden die Zuger in die Defensive gedrängt, sollen die erfahrenen Verteidiger um Patrick Sutter und Dominic Meier für Ruhe und Ordnung sorgen. Langsam und behutsam sollen aber auch die jungen Spieler an das Niveau der NLA herangeführt werden. Vor allem Marco Maurer, der an der letztjährigen U20-Weltmeisterschaft in Schweden mit einer schwerwiegenden Verletzung ausgeschieden ist, muss sich wieder an das Niveau der höchsten Schweizer Liga herantasten. Doch dass er dies nicht erreichen sollte, ist nicht in Frage gestellt. Auch von Raffael Diaz darf man eine Steigerung der Punktezahl erwarten. Sollte dies nicht gelingen, könnte er für einen der anderen Klubs in der Liga erstrebenswert werden. Hinter der Verteidigung steht, sollte sich ein Gegenspieler durchtanken können, ein solider Torhüter, der das eine oder andere Spiel in der letzten Saison mitentscheiden konnte. Lars Weibel kann in dieser Saison wiederum ein wichtiger Faktor in der Mannschaft der Innerschweizer werden. Wenn er an die Leistungen mit dem HC Davos anknüpfen kann, können die Zuger zu einer Überraschung in dieser Saison reifen. Doch dann muss wirklich alles stimmen und der EV Zug ist auf der Hauptachse. Ansonsten drohen ihm das Abstellgleis und viele Probleme auf und neben dem Eis.