Pierre-Alain Schenevey in der Eishalle Littoral

   
   Eishockey am Neuenburgersee



Neuenburger als GCK der Romandie?

Von Martin Merk

In weniger als zwei Monaten stehen die Spieler der Young Sprinters aus Neuenburg auf NLB-Eis. Erstmals seit 15 Jahren wird in der rund 5000 Sitzplätze fassenden Eishalle Littoral wieder Eishockey auf der zweithöchsten Stufe gespielt - einen Steinwurf entfernt vom neuerstellten Fussball-Stadion Maladière, wo Xamax den Aufstieg in die höchste Liga erreicht hat.

Trotz einer mässigen Finalrunde in der 1. Liga haben die Young Sprinters den Aufstieg in die Nationalliga B erreicht. Dies, weil wenige Clubs das finanzielle Risiko eines Halbprofi-Teams eingehen wollen. Die Neuenburger taten es und haben auch die nötige Aktiengesellschaft unter dem Namen "Young Sprinters Développement SA" gegründet, der Sébastien Ducommun als Präsident vorsteht. An der Aktiengesellschaft ist auch der SC Bern beteiligt und durch Marc Lüthi im Verwaltungsrat vertreten.

Der HC Neuchâtel Young Sprinters war vor allem in den Fünfziger und Sechziger-Jahren erfolgreich, holte dabei drei Cupsiege und wurde viermal Vizemeister. Danach folge jedoch der Fall ins Amateureishockey. 1991/92 wagte man es in die NLB, um nur ein Jahr später mit einem Schuldenberg von 600'000 Franken bis in die 2. Liga abzusteigen. 1999 schaffte man die Rückkehr in die 1. Liga und konnte sich mittlerweile wieder auf NLB-Niveau hinaufarbeiten - pünktlich zum 75-jährigen Bestehen der Young Sprinters. Mit dem TK-Chef Pierre-Alain Schenevey, der die Geschicke der Mannschaft leitet, sprachen wir über die Pläne des Clubs, dessen Eishalle Littoral (zu deutsch: Küste) direkt am Neuenburgersee liegt.

hockeyfans.ch: Wie zufrieden sind Sie mit der vergangenen Saison?

Pierre-Alain Schenevey: Es war eine schöne Saison mit dem Gewinn der Romandie-Gruppe. Danach folgten Diskussionen mit den Spielern. Es war unser Ziel, mit acht bis zehn Akteuren zu verlängern, was auch erreicht wurde, jedoch war es wegen beruflichen Gründen nicht so einfach. Einige Spieler konnten den Mehraufwand nicht betreiben.

Wie sieht es mit den Zuschauerzahlen aus, wird man da einen Sprung nach vorne machen können?

Wir hatten ungefähr 500 zahlende Zuschauer in der 1. Liga. Wir budgetieren für die NLB mit einem Schnitt von 600 Fans. Wir müssen in Neuenburg etwas leisten, damit wir um die Gunst des Publikums kämpfen können. Das Potenzial auch mit Derbies wie gegen La Chaux-de-Fonds und Biel ist aber durchaus vorhanden.

Reicht dies, um auch finanziell in der NLB bestehen zu können?

Wir haben ein Budget von 930'000 Franken. Wir wussten, dass man von einem Aufsteiger eigentlich ein höheres Budget (1,5 Millionen Franken, Anm.) fordert und waren etwas überrascht, dass wir die Lizenz erhielten. Hier findet wohl ein Umdenken statt, weil viele Clubs kein Interesse am Aufstieg haben. Die Zusammenarbeit mit Bern als ersten und Fribourg als zweiten Partner sollte und Einsparmöglichkeiten ergeben.

Und wie wird sich die NLB-Mannschaft charakterisieren?

Wir werden viele junge Spieler haben, vor allem von Bern und Fribourg. Wir wollen uns als Ausbildungsclub verstanden wissen und ein Image haben wie GC. Die Ausbildung junger Spieler, welche bei uns etwas lernen können, soll unser Programm sein. Wir wollen uns allerdings zwei Ausländer leisten und hoffen dabei auch auf die Kooperation mit Bern und Fribourg.

Welche Ziele werden mit dem Team erwartet?

Es gibt ja keinen Absteiger und es werden uns ohnehin viele als Letzter sehen. Wir wollen jedoch überraschen und die Spieler kämpfen für einen Platz in der NLA. Natürlich wollen wir dabei möglichst viele Spiele gewinnen.

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