Mützu und Bärenjäger begleiten den Playoff-Final

Von Mützu und Bärenjäger

   

Für das diesjährigen Playoff-Finale gibt es neben der üblichen Berichterstattung eine besonderen Leckerbissen auf hockeyfans.ch: Zwei Eishockey-Fans aus dem Bündnerland und dem Bernbiet begleiten den grossen Showdown mit täglichen Beiträgen. Freuen wir uns, was der Davoser Bärenjäger und der Berner Mützu vom Meisterschaftshöhepunkt berichten werden.


Sonntag, 8. April 2007

"Über sieben Brücken musst Du gehen..."
vom Bärenjäger aus Davos
"...sieben schwere Spiele überstehn."

Dann soll also der Zufall Schweizer Meister werden? Ein falscher Pfiff eines Zebras, wie so oft in dieser unglaublichen Serie? Ein Fehlpass? Ein Griff ins Leere mit der Fanghand? Ein Shorthander? Ja, so ist es! Beide Teams sind derart ausgeglichen stark, dass nun jederzeit beide von Sekunde zu Sekunde die Meisterehren feiern können. Zwei grosse Teams haben alles gegeben, und ich denke, dass weder Daigle noch Berglund, weder Irgl noch Gamache, weder Benak noch Söderholm je geahnt haben, auf welchem Niveau Schweizer Spitzeneishockey gespielt werden kann. Vor beiden Teams kann man schon jetzt den Hut ziehen!

Der Bär war heute eine Spur entschlossener, kämpfte und verteidigte seine Höhle mit allen Mitteln und erzwang so dieses siebte und völlig offene Spiel. Und wieder schwächten sich die Jäger selbst mit unnötigen Strafen, auch wenn "Mr. Bean" einmal mehr ganz seltsame Entscheide gefällt hat. (Strafe von Benak) Aber daran lag es letztlich nicht. Zu viert kann man nun einmal kaum Tore schiessen, denn Shorthander gehören auf diesem hohen Niveau zur Seltenheit!

Was tun? Werden die Jäger den zwar erfahrenen Engadiner "Crameri" wieder durch den Zürcher "Furrer" ersetzen? Ich hoffe es, denn wie dieser Berglund-Bär heute den Engadiner Jäger stehen liess an der Bande und von dannen zog...! Na, ja! Man ist in den meisten Fällen zum Verteidiger geboren, oder dann eben nicht!

Am Montag werden bei der Türkontrolle in Davos gratis Baldriantropfen abgegeben und Leuten mit "schwachem Herz" wird vom Besuch des Spiels dringend abgeraten! HCD-SCB im 7.Spiel? Fragen Sie einen Arzt, oder Apotheker, und lesen Sie die Packungsbeilage!




Der Schirmständer kommt nach Bern
vom Mützu aus Bern

Wild wuchernde Bärte sind heute komplett aus der Mode. Niemand, der auf sich hält, würde sich ein solches Gestrüpp, bei dem nie ganz klar ist, ob und wieviele Speisereste sich darin verbergen, wachsen lassen. Niemand, bis auf die Eishockeyaner, die damit dokumentieren, wie lange sie in den aktuellen Playoffs dabei sind. Und vor allem, dass sie "noch" dabei sind. Die "Manneszier" und der "Albtraum jeder Frau" erreicht in der diesjährigen Ausgabe der Schweizer Meisterschaft die maximale Länge, und damit die grösstmögliche "Grusigkeit". Dies scheint mir bei den Davosern noch weit ausgeprägter zu sein als bei den Bernern, die mit Christian Berglund wenigstens einen haben, der eine etwas andere Art von Bart kultiviert. Er dürfte sich durchaus überlegen, diesen noch weiter zu tragen.

Derart "wüste" Kerle wie die Davoser dürfen nicht Meister werden. Einen guten Schritt, dies zu verhindern, haben die Berner gestern getan. Simon Gamache schoss in der 44. Minute das Siegestor im sechsten Spiel, wehrte damit den ersten Matchpuck der Davoser und damit den Supergau einer Meisterfeier der Gastmannschaft in der BernArena, dem Tempel des Eishockey, ab, brachte den SCB zurück in die Serie, verschaffte seinem Team nun seinerseits ebenfalls einen Matchpuck, und somit kommt es am Montag zur alles entscheidenden Finalissima, in der der SCB das tun wird, was er noch in jeder Finalserie tat, in der er mitspielte, nämlich zumindest ein Auswärtsspiel zu gewinnen.

Dabei wollen wir nicht verschweigen, dass nicht nur das Resultat wiederum sehr knapp war, und dass das Spiel auch anders hätte ausgehen können. Der Sieg unserer Jungs war indes vollauf verdient, und somit marschieren wir gen Davos, um den Landvogt aus Österreich dorthin zu verjagen, wo er hingehört. Der Schirmständer gehört uns!

PS: Wer noch einen Beweis gebraucht hat, dass unser staatlicher Fernsehsender SF mental sehr nahe dran ist an den Davosern, der musste nur nach seiner Heimkehr aus der BernArena noch etwas fernsehen. Der hündisch-deprimierte Blick, mit dem Jan Billeter den Mario Rottaris nach den deutlich mehr Strafen, welche die Bündner kassierten fragte, sprach Bände. Und dass Steffi Buchli trotz grusiger Playoff-Bärte am liebsten zu den HCD-Spielern hinkriechen möchte, wissen wir spätestens seit dem ersten Spiel dieser Serie.


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