Mützu und Bärenjäger begleiten den Playoff-Final

Von Mützu und Bärenjäger

   

Für das diesjährigen Playoff-Finale gibt es neben der üblichen Berichterstattung eine besonderen Leckerbissen auf hockeyfans.ch: Zwei Eishockey-Fans aus dem Bündnerland und dem Bernbiet begleiten den grossen Showdown mit täglichen Beiträgen. Freuen wir uns, was der Davoser Bärenjäger und der Berner Mützu vom Meisterschaftshöhepunkt berichten werden.


Mittwoch, 4. April 2007

Der Bär wird jetzt angezählt
vom Bärenjäger aus Davos
Der "Mänätscher" des Bären stand heute unten an der Bande bei den ganz "Gewöhnlichen" und stierte durchs Plexiglas. Daneben der Boss der Jäger, und wenn die Gerüchte stimmen, wird die Bärentruppe bald am "Plouschturnier" teilnehmen, damit die Bären zwischen Weihnachten und Neujahr nicht einrosten..

Wird meine Prognose zutreffen? Ich sprach am Anfang von sechs Partien. Holt der HCD den 28. Titel in der Höhle des Bären? Wäre das herrlich! Und es ist möglich, denn der Bär steht nach demheutigen fünften Kampf mit dem Rücken zur Wand und ist schwer angeschlagen. Heute ist Karfreitag. Der Bärenkampf war gestern intensiv ohne Ende, und er hat mit Sicherheit bei beiden Spuren hinterlassen. Am Karfreitag singen die Kirchgänger "Oh Haupt voll Blut und Wunden", dieses schwere, düstere Lied, das so schön tönt und so schrecklich den Gekreuzigten besingt ... Brrrrrrrrrrr ...

Wer hat bis jetzt mehr Blut und Wunden auf dem Haupt? Der Bär oder die Jäger? Ich behaupte nach wie vor, dass die Bündner Jäger mehr Reserven haben. Man hat es gestern, in dieser fünften Partie gesehen: Im ersten Drittel belagerten sie während 15 Minuten die Zone des Bären pausenlos und ohne Unterbruch. Es hätte mindestens 3:0 heissen müssen. Aber dieser Bührer. Dieser "Konfirmand" unter der Maske. Ganz stark.

Allerdings hat auch der Bär im Schlussspurt bewiesen, dass er noch ungeahnte Kräfte hat. Und auch wenn er jetzt angezählt wird, sollten die Bärenjäger aufpassen. Es ist nicht selten vorgekommen, dass da einer nach "7" wieder aufgestanden ist, weitergekämpft und sogar noch gewonnen hat. Er muss aber alles riskieren am Samstag, öffnen wie ein Scheunentor und auf "Alles oder Nichts" spielen. Genau darauf werden die Jäger lauern und dann zuschlagen. Ich möchte es schon jetzt hören, dieses Hupkonzert tief in der Nacht, wenn am Samstag, nach 23 Uhr, aus der ganzen Schweiz Autos hupend und feiernd nach Davos fahren und dort auf ihre Helden warten, die dann etwa um 03 Uhr aus Bern eintreffen werden - mit dem Schirmständer.

Ein Traum? Vielleicht, aber einer mit einigem Realitätsgehalt.




Hat der SCB ein mentales Problem
vom Mützu aus Bern

In bisher jedem Spiel in Davos hatte der SCB die Chance, zu gewinnen. Gelungen ist es nie. Auch gestern nicht, wo Chancen dazu zuhauf vorhanden waren. Wer dreizehn Strafen des Gegners nicht ausnützen kann, hat definitiv ein Problem. Darüber kann auch die Tatsache nicht hinweg täuschen, dass der HCD ein exzellentes Boxplay spielt. Chancen erspielten sich die Berner in Hülle und Fülle, und es waren auch Hochprozenter dabei. Und dies war nicht nur gestern so. Pech kann dafür nicht der alleinige Grund sein. Unvermögen kommt der Sache schon etwas näher. Liegt es an der Kraft? Auffallend ist, dass mit Sarault und Leblanc beim HCD und mit Bordeleau beim SCB Leute Musik machen, welche in der Saison und auch in den Playoffs über längere Zeit pausieren konnten. Oder stimmt beim SCB etwas in den Köpfen nicht (mehr)? Was muss ändern, wenn man die Serie noch für sich entscheiden will? Dies herauszufinden, ist Aufgabe des Coaches.

Der SCB steht nun mit dem Rücken zu Wand. Davos kann am Samstag schon den Meistertitel einfahren. Seien wir ehrlich: Unmöglich ist dies nicht. Aber es wäre der Supergau. Wir wollen nicht in unserem eigenen Tempel den Gegner feiern sehen. Also muss allein schon deswegen ein Sieg her. Aber was schreibe ich da? Es müssen unbedingt noch zwei Siege her, denn diesen Meistertitel darf man erst abschreiben, wenn der Gegner seine vier Siege eingefahren hat. Dabei ist der vierte der schwierigste. Und die Berner waren jedes Mal nahe dran. Gewinnt der SCB, wie bisher, sein Heimspiel ebenfalls, kommt es zur Finalissima in Davos. Da ist, Heimspiel hin oder her, alles möglich.

Ich bin gespannt auf das Spiel am Samstag. Der SCB mit dem Rücken zur Wand gegen den HCD mit der Schwierigkeit, den vierten Sieg einzufahren. Die Zeichen stehen trotz allem auf Sieg für den SCB. Die Serie geht über sieben Spiele!


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