Langenthal: NLA als Ziel, aber ohne Müssen

Von Benjamin Bienz

   

Der SC Langenthal plant für die Zukunft. Obwohl die NLA kein Muss ist, so will der Klub aus dem Oberaargau das Ziel mittelfristig erreichen. Eine Studie mit der Planung und den Risiken wurden schon gemacht. Ebenfalls wurden schon etliche Gespräche geführt. Zum Schluss kam man, dass die NLA in Langenthal machbar sei.

Laut Verwaltungsratspräsident Stephan Anliker ist die NLA kein Muss. "Wir müssen nicht aufsteigen, aber wir wollen es", so das erklärte Ziel der Geschäftsleitung. Offen gibt man sich beim SC Langenthalaber nicht, wann dieses Ziel erreicht werden soll. Eines ist aber klar: Man will dieses Ziel vorsichtig angehen. Das heisst, man plant die Mannschaft auch dementsprechend. Man will vermehrt auf junge Spieler bauen mit NLA-Erfahrung. Der Aufstieg soll mit einem kleineren Budget erreicht werden als dies zum Beispiel der EHC Basel 2005 und Genf Servette 2002 taten. Damals haben die Nordwestschweizer mit einem Budget von fünf Millionen und Genf mit einem 5,2-Millionen-Budget den Aufstieg erreicht. Der SC Langenthal will mit einem NLB- Budget, sprich mit 3 bis 3,5 Millionen Franken, in die Oberklasse. "Wir brauchen eine Mannschaft mit jungen und ambitionierten Spielern, dazu einen Trainer, der die Philosophie unseres Vereins mitträgt", bemerkt der Geschäftsführer Heinz Schlatter. Mittelfristig heisst das Zauberwort beim SCL. Man lässt sich also noch Zeit, jedoch sobald es möglich ist, will man die Chance packen. In der Studie wird festgestellt, dass sich der SCL mit dem Image des soliden Sportunternehmens der Region Langenthal in einem grossen "Sport-Entwicklungsgebiet" befindet. Dabei glaubt der Verwaltungsratspräsident nicht, dass man dem SC Bern oder den SCL Tigers in die Quere kommt: "Wir sind eine genug grosse Region, gegen Osten bleibt ja noch genug Platz für einen NLA-Klub", sagt Anliker.

Mit Mehreinnahmen wird gerechnet

Langenthal würde die erste Mannschaft mit einem Budget von knapp sechs Millionen Franken in die erste NLA-Saison schicken. Das Team würde hauptsächlich aus dem entwickelten Aufsteigerteam bestehen mit Verstärkungen aus der NLA. Einen Aufstieg würde sich schon rein finanziell lohnen. In der abgelaufenen NLB-Saison hatte man einen Schnitt von knapp 1800 Fans. Mit dem doppelten an Zuschauermasse wird gerechnet. Dies allein würde Mehreinnahmen von einer Million Franken mit sich bringen. Hoffnung setzt der Verwaltungsrat auf Spiele gegen den SC Bern oder HC Davos, welche viele Auswärtsfans mitbringen würden: "Da kann man sich erlauben, gegen Lugano oder Rapperswil nur 2000 Zuschauer zu haben", so Anliker. Mit 40 Prozent mehr Werbeeinnahmen würde gerechnet. Das wäre eine halbe Million mehr als eine Liga tiefer. In der Gastronomie würde der Gewinn einen Mehrertrag von 600000 Franken ergeben. Noch offen ist die Stadionfrage. Der SC Langenthal will ein neues Stadion. Wo dies entstehen soll, ist noch offen. Momentan stehen drei Standorte zur Diskussion. Neben dem jetzigen Standort dem Schoren, noch das Tenniscenter Dreilinden und das Gugelmann-Areal in Roggwil. Nur eines ist für Anliker klar: "2012 wollen wir in einer neuen Halle spielen." Für einen schnellen Aufstieg müssten die Anpassungen an die NLA-Anforderungen der Halle fremdfinanziert werden. Bisher investierte die SC Langenthal AG 600'000 Franken in den Umbau des jetzigen Standorts Schoren. Zudem möchten die SCL-Verantwortlichen, dass der Gastronomiebetrieb übernommen würde. Für die sechste NLB-Saison plant Langenthal mit einem Budget von 3,3 Millionen Franken. Dies anhand der neuen Zahlen, die der Verwaltungsrat herausgab.

Immer besser

Dass die Nationalliga A nicht nur ein Traum ist, belegt der steile Aufstieg, den Langenthal hinter sich hat. Innert fünf Jahren kletterte man vom NLB-Tabellenkeller an die Spitze der Nationalliga B. Jedes Jahr konnten sich die Oberaargauer stetig verbessern. In der abgelaufenen Saison konnte man sich sogar erstmals als Qualifikationssieger feiern lassen. Trotz einem Ausrutscher im Playoff-Viertelfinals gegen die GCK Lions: Langenthal wird auf der Hockeylandkarte Schweiz immer mehr wahrgenommen. Dies würde sich in der NLA mit der starken Präsenz durch das Fernsehen noch mehr verstärken.

SC Langenthal seit 2002:

SaisonPlatzierungBudget in Franken
07/08 3,3 Mio.
06/071. NLB (Playoff Viertelfinals)3.0 Mio.
05/063. NLB (Playoff Halbfinal)2,6 Mio.
04/054. NLB (Playoff Halbfinal)2,3 Mio.
03/049. NLB (Playoffs verpasst)1,8 Mio.
02/0310. NLB (Playoffs verpasst)1,1 Mio.


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