Mützu und Bärenjäger begleiten den Playoff-Final

Von Mützu und Bärenjäger

   

Für das diesjährigen Playoff-Finale gibt es neben der üblichen Berichterstattung eine besonderen Leckerbissen auf hockeyfans.ch: Zwei Eishockey-Fans aus dem Bündnerland und dem Bernbiet begleiten den grossen Showdown mit täglichen Beiträgen. Freuen wir uns, was der Davoser Bärenjäger und der Berner Mützu vom Meisterschaftshöhepunkt berichten werden.


Sonntag, 1. April 2007

Der Bär wird langsam eingekreist
vom Bärenjäger aus Davos

Da war es also, dieses von mir angekündigte, krachende 3. Spiel. Die Bärenjäger haben meine Voraussage nicht enttäuscht! Sie haben die Lektion vom Donnerstag gelernt. Gut gelernt! Die Frauen haben den Bärenjägern den Arm verbunden und keine weiteren Fragen gestellt. Keine einzige! Die Jäger haben ebenfalls geschwiegen, viel nachgedacht und sind dann mit zwei "Jokern" ins 3. Spiel gekommen: Yves ("Der Checker" Sarault, und Robin ("Der Slot-Schreck") Leblanc! Beide haben dem HCD den Körper zurückgegeben und daran erinnert, dass dieser starke und grosse Bär nur auf diese Weise zur Strecke gebracht werden kann!

Vor grosser Kulisse (man braucht nicht 16789 Zuschauer, um den Bär zu besiegen!) gings von Anfang an zur Sache. Die Jäger ohne Irgl, Furrer und Randegger, der Bär ohne Camichel und Landry, aber beide Rivalen steigerten noch das bisherige Tempo, können offenbar von grossen Reserven zehren, wobei die Frage gestellt werden darf, wie viele davon der Bär noch zur Verfügung hat? Heute schien er im 3.Drittel zum erstenmal müde und leicht zermürbt. War es die sich abzeichnende Niederlage, oder hatte man zu wenig Kräfte mehr, um erneut zuzusetzen? Auf keinen Fall dürfen jetzt die Bärenjäger auf eine möglicherweise beginnende Müdigleit des Bären setzen. Das wäre der Untergang. Der Bär kann jederzeit zurückkehren und zwar genau dann, wenn man jetzt ein bisschen nachlässt.

Nein, jetzt muss er langsam eingekreist werden, dieser brummende, wütende und um sich schlagende Grizzly. Noch ein Sieg und dann kann er angezählt werden.

Die Hooligans unter den mitgereisten Bärenfans scheinen so etwas zu ahnen, denn sie wollten die Tore schiessen, welche ihre Helden nicht geschossen haben. Und so nahmen sie denn grosse Steine und schlugen 2 Türen des Timeout-Restaurants zusammen, nachdem sie vorher schon im Stadion mit Rauchzeichen die Niederlage feierten. Die verängstigten und zitternden Kinder mit ihren Eltern, im Eingangsbereich des Timeout, werden ein für allemal eine Erfahrung mitgenommen haben, die jeweils gross auf einer Bärenfahne steht in der Hauptstadt: "Bärenfans sind faire Fans!" Wie wahr. Wie wahr... Richtige Helden sind das! Und grossartige Verlierer!




Unzertrennlich in die Niederlage
vom Mützu aus Bern

Es begann mit der Aufdeckung eines ungewollten, und zudem verfrühten Aprilscherzes. Blick durchleuchtete die neue Rolle von Paul Accola beim HCD, und fragte deshalb Arno del Curto über "Pöili" aus. Der Materialwart der Davoser heisst hingegen auch Paul, und wird ebenfalls "Pöili" gerufen. So sprachen der Blickreporter und Arno während des ganzen Gespräches aneinander vorbei, der Coach der Davoser redete vom Materialwart, der Journalist jedoch verstand nur Accola. Fazit, der Blick brauchte für heute keinen Aprilscherz mehr. Und dies ist kein Aprilscherz!

Die Choreo bzw. das Spruchband der Bernerfans war eindrücklich. Den erneut mit ihren gelben und blauen Blättern auftretenden HCD-Anhängerschaft wurde demonstriert, was Fankultur bedeutet. Der riesige Schriftzug, womit die «UNZERTRENNLICHe» Verbundenheit zum SCB manifestiert wurde, beeindruckte auch die Teppichetage.

Als unser General jedoch im zweiten Drittel die Kommandobrücke unter dem Dach verliess, um beim Pöbel für Ordnung zu sorgen, schlugen hinter Marco Bührer die Treffer ein. In der Tat haben ein oder zwei Bierwerfer auf den Sitzplätzen die angereisten Berner-Fans derart in Rage versetzt, dass die Ordnungskräfte alle Hände voll zu tun hatten, damit nicht Schlimmeres passierte. Die unvermittelt in der ganzen Halle angeheizte Stimmung schien die Davoser zu beflügeln und die Berner abzulenken. Denn innert kürzester Frist lagen die Bergdörfler mit zwei Toren in Front. Eine Vorentscheidung, wie sich herausstellen sollte.

Der Sieg des HCD war trotzdem verdient, denn unsere Jungs hatten bis Drittelsende Glück, dass sie nicht noch höher in Rückstand gerieten, und konnten nach dem Anschlusstreffer zu Beginn des Schlussdrittels eigenartigerweise nicht mehr weiter zusetzen. Die Bündner, welche heute ihre bisher beste Leistung in dieser Serie zeigten, hatten keinerlei Mühe mehr, in einem Spiel mit beiderseits wenig Torchancen den Sieg einzufahren.

Eigentlich müssten die elenden Bierwerfer genauso wie Krawallmacher identifiziert und gnadenlos mit Stadionverboten belegt werden. Ich habe Verständnis, wenn jemand wegen einer Bierdusche wütend wird, und ich mag die Stimmen nicht hören, die sagen, in einem Stadion müsse mit so etwas gerechnet werden. Nein – mit sowas muss nicht gerechnet werden, weil es nämlich nicht in ein Stadion gehört. Genauso wie es nicht in ein Theater, ein Konzert oder eine Oper gehört. Also raus aus den Stadien mit dem Bierwerfer-Gesindel!

Für einmal war die Halle gut gefüllt. Und es waren sogar Davoser anwesend. Eine hübsche Ordnungsdame erklärte mir aber, dass die ursprünglichen Davoser, welche auch HCD-Fans sind, zu einer aussterbenden Gattung gehören. Ich bin mir indes nicht ganz sicher, ob dies so stimmt. Denn Davoser HCD-Fans hat es nie viele gegeben. Besagte Dame wohnt übrigens in Chur.


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