Kommentar

Weder Fisch noch Vogel

Von Urs Berger

Der heutige Entscheid der Geschäftsführung und des Verwaltungsrates des SC Bern kam nicht überraschend. Überraschend war, dass man die Spieler noch nicht in die Pflicht nahm. Wieso dass der Verwaltungsrat und die Geschäftsführung diese einmalige Chance nicht genutzt haben, um die Spieler in die Verantwortung zu nehmen, ist nicht nachzuvollziehen. Das Argument, man wolle der neuen sportlichen Leitung nicht schon jetzt in ihre Arbeit greifen, klingt nicht überzeugend.

Die Analyse ist wohl richtig und setzt an den üblichen Schwachpunkten an. Nachdem man den eher glücklosen Roberto Triulzi auf Ende Saison freistellt und auch Alpo Suhonen gehen muss, kann man nun mit einer neuen sportlichen Leitung beginnen. Doch was geschieht mit den Spielern? Der Markt von guten Schweizer Spielern ist fast ausgetrocknet. Mit den in dieser Saison enttäuschenden Spielern kann man nur nach einer harten, aber fairen Analyse durch den neuen Sportchef weiter kommen. Aber verdienen gewisse Spieler eine erneute Chance?

Die Spieler, das ist klar, haben auch ihren Anteil am schlechten Abschneiden in den Play-offs zu tragen. Dennoch können die Fans mit den Entscheidungen nicht zufrieden sein. Denn nicht der Trainer oder der Sportchef ist auf dem Eis. Die Spieler sind schlussendlich verantwortlich für das Resultat. Diese haben dieses Jahr mehr als enttäuscht. In der Wirtschaft wird ein Arbeitnehmer, der seine Leistungen nicht erbringt und sich nicht für das Wohl der Firma einsetzt, freigestellt. Es trifft nicht dessen Chef, weil er zu wenig motivieren kann oder den Draht zu ihm nicht findet. Der Angestellte wird entlassen, ohne Rücksicht auf dessen Erfolge. Wieso macht dies der SC Bern nicht? Die Geschäftsführung verpasst eine der besten Chancen, die er jemals hatte, und Spieler, die nicht bereit sind, sich 100% mit dem Klub zu identifizieren, freizustellen und neue, unverbrauchte Spieler in den grössten Sportklub der Schweiz zu holen. Deshalb ist zu hoffen, dass die neue, sportliche Leitung auch bei den Spielern noch den Hebel ansetzen wird. Denn ansonsten ist der Entscheid weder Fisch noch Vogel.


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