Rückblick: ZSC Lions
Zurück zur Übersicht
 

ZSC Lions - Gut gebrüllt, aber ohne Wirkung

Von Urs Berger

Eigentlich hätte es nach Simon Schenk "nur" eine Zwischensaison werden sollen im "Stadiönli". Alles war auf diese Saison ausgerichtet, man rechnete von vornherein mit einem Betriebsdefizit und schürte so auch bei den Fans keine grossen Hoffnungen. Diese Rechnung ging auf und nur im Finale mussten die Zürcher der individuellen Klasse eines HC Davos Tribut zollen. Eine erfolgreiche Saison geht für die Löwen zu Ende und weckt neue Hoffnungen für die nächste Saison im neu renovierten Hallenstadion.

Management
Mit Simon Schenk an der Spitze hat der Klub den Manager gefunden, den sie brauchen. Schenk paart die Emmentaler Schläue mit gesundem Geschäftssinn, führt den Klub mit eiserner Hand und hat Erfolg. Auch seine Transfers in die Mannschaft, sei es solche vom Partnerteam zur ersten Mannschaft oder solche von einem ausländischen Klub zu den ZSC Lions, sind von langer Hand geplant und Zeugen von fachlichem Know-how. Der einzige Wehrmutotropfen bei unserer Lobeshymne auf Simon Schenk ist sein Temperament. Kann er dies zügeln, dann wird er auch von den Schiedsrichtern vermehrt respektiert.
Trainer
()
Christian Weber ist neben Arno Del Curto und Riccardo Fuhrer ein weiterer Trainer, aus der Schweiz, der sein Geld an der Bande eines einheimischen Klubs verdient. Doch Christian Weber ist anders als die beiden vorgenannten. Arno Del Curto ist der Vulkan und Riccardo Fuhrer ist der akribische Tüftler, der auch ungewohnte Wege geht. Christian Weber kann man nicht einordnen. Er kann ebenso akribisch Arbeiten wie Fuhrer, er kann genau so toben wie del Curto und er kann während den Spielen auf einmal ganz ruhig werden und die Situation analysieren, wie dies Alpo Suhonen macht. Doch noch fehlt ihm manchmal in kritischen Situationen die Erfahrung. Dennoch darf man seine Arbeit nicht unterschätzen und dies merkt man nun gut im System der Löwen. Die Erreichung des Thrones, wie ihn Del Curto bestiegen hat, ist nicht mehr fern.
Ausländer
()
Robert Petrovicky war ein schillernder Spieler, der nie aus den Augen gelassen werden durfte. In 59 Spielen erzielte der Slowake 27 Tore und 65 Punkte. Die Zürcher wussten was sie an ihm haben und werden auch nächste Saison auf ihn bauen.

Tony Virta war in seinen 54 Spielen einer der wichtigsten Spieler der Zürcher. Er konnte defensive wie auch offensive Akzente setzen und wurde von den Gegenspielern oft unterschätzt. Er erzielte 16 Tore und buchte 36 Punkte.

Randy Robitaille kam aus der NHL und übernahm den ihm zugesprochenen Part und sorgte auch dafür, dass sein Kollege Andy Sutton zu der Organisation der Löwen stiess. Seine 86 Punkte (24 Tore) in 51 Spielen erreichte kein anderer NLA-Spieler. Hätte er nicht eine Oberschenkelzerrung zu Beginn der Saison gehabt, so hätte er noch mehr Tore und Assist gebucht.

Ari Sulander, früher auch "The Wall" genannt, war wie gewohnt ein sicherer Rückhalt. In den 55 Spielen und den 3304 Minuten liess er nur 141 Gegentore zu. Damit erreichte er einen Gegentorschnitt von 2,56. Nicht vergessen haben dürfte er das Foul von Joe Thornton. Die Frage bleibt nur, wieso sich die Zürcher nicht für ihren Torhüter gewehrt haben. Ist er ihnen das nicht wert?



Weitere Ausländer ohne Bewertung:
   · Andy Sutton
   · Mike Richard
U20 - Spieler
Die Zürcher Löwen verfügen über ein gutes Partnerteam, bei dem sie noch nicht ganz fertige Spieler reifen lassen können. Damit verfügen sie über ein grosses Reservoir an jungen Spielern, welche immer zwischen der NLA, NLB und dem Erstligisten Dübendorf hin und her pendeln können. Dies braucht Zeit und viel Geduld der Ausbildner und der Trainer. Noch hat kein Nachwuchsspieler der Organisation der Zürcher den grossen Sprung in die 1. Mannschaft geschafft. Doch noch ist nicht aller Tage Abend und die Junglöwen werden die ihnen gegebe Zeit in der obersten Liga nutzen und versuchen, sich bei Trainer Christian Weber zu empfehlen.
Zusammenfassung Die Zwischensaison im Stadiönli ging für die Zürcher besser aus als allgemein erwartet wurde zu Ende. So war denn auch der souveräne Finaleinzug gegen den EV Zug eine Überraschung. Dennoch wird diese Übergangssaison Löcher von einigen Millionen Franken in die Kasse der Zürcher gerissen haben. Diese werden aber, so wird allgemein gehofft, im neuen Hallenstadion wieder gefüllt werden. Nach der nicht einfachen Saison müssen nun wieder die Fans zurück in das Stadion kommen, welche durch die hohen Saisonabi-Preise teils verärgert wurden.

    [zum Background-Portal]