Rückblick: SCL Tigers
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SCL Tigers - Jeremias Gotthelf stand Pate

Von Urs Berger

Jeremias Gotthelf schrieb ein Buch, das vom Händel fremder Städter handelte und in dem es nach Irren und Wirren die Besitzer des Hofes wieder zu den Ursprüngen ihres Handelns zurückbrachte. Genau so könnte man die letzte Saison beschreiben, haben doch die Städter (Jim Koleff und Müller) die Langnauer auf die falsche Fährte gebracht, ehe die Besitzer (Soltermann, Grunder, Aegerter) den „Hof“ wieder in die richtigen Bahnen lenkten. So kam es denn am Schluss dennoch zu einem Happyend und die SCL Tigers mussten nicht absteigen.

Management
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Schwere Zeiten für das Management der SCL Tigers. Zuerst die Erkrankung von Jim Koleff, danach die Interimslösung mit Dave Chambers und kurze Zeit später kam der Wechsel zurück zur Vernunft und zu Bruno Aegerter. Danach auch noch die Probleme im Verwaltungsrat, welche zum sofortigen Rücktritt von Armin Müller geführt haben und später in einer Strafanzeige wegen ungetreuer Geschäftsführung gipfelten. Es waren durchaus turbulente Zeiten bei den Emmentalern und dennoch haben sie nicht so schlecht abgeschnitten, wie man allgemein annehmen durfte. Denn immer wieder war die klare und schnelle Information im Vordergrund. Davon könnten sich manche Klubs eine Scheibe abschneiden.
Trainer
Jim Koleff, Dave Chambers und Bruno Aegerter hiessen die Trainer der Reihe nach. Erst als Bruno Aegerter kam, kehrte Ruhe und Disziplin in die Mannschaft ein. Doch da war es schon zu spät. Unter dem charismatischen und manchmal sturen Jim Koleff konnten die Langnauer sich nicht entwickeln. Auch Dave Chambers hielt zu lange an seinem Chef fest und sorgte so für seine Freistellung. Mit Bruno Aegerter kam dann Bewegung in die Mannschaft und ihm war es zu verdanken, dass die Langnauer nicht noch tiefer fielen. Dies verdient Respekt und auch dem EHC Visp muss ein Kränzlein gewunden werden, denn kein anderer Klub hätte den populären Trainer freigestellt und seinem Partnerteam zur Verfügung gestellt.
Ausländer
James Heward konnte sich bei den Emmentalern nicht entfalten. Er war blass und konnte nicht die gewohnten Akzente setzen. Dennoch war er defensiv verlässlich. In 49 Spielen erzielte er 3 Tore und 17 Punkte.

Jeff Shantz war wie mancher Ausländer bei den Langnauern unter seinem Wert geblieben. Der sensible Spieler litt unter den verschiedenen Wechseln an der Bande und konnte sich nicht auf seine Stärke konzentrieren. In 49 Spielen erzielte er nur 9 Tore und 32 Punkte.

Tim Connolly war zwar nur während 16 Spielen bei den Langnauern, konnte aber mehr als überzeugen. Immer wieder konnte der von den Buffalo Sabres gekommene Stürmer überzeugen und verzückte die Fans mit seinen schnellen Vorstössen vor das gegnerische Tor. Er erzielte 8 Tore 11 Punkte.

Richard Park zeigte seine Stärke in allen Belangen. Immer wieder konnte er die gegnerische Verteidigung überlaufen oder die Torhüter mit guten Tricks düpieren. Er stand für 16 Spiele auf dem Spielrapport und erzielte dabei 7 Tore und 8 Punkte.

Ryan Savoia war eines der ersten Opfer der Trainer. Er wurde am 2. November zu den Milano Vipers abgeschoben. Er erzielte in 13 Spielen 2 Tore und 3 Punkte.

Weitere Ausländer ohne Bewertung:
   · Corey Hirsch
   · Rob DiMaio
   · Jukka Tiilikainen
   · Harijs Vitolinsh
   · Stefan Ketola
   · Nicholas Dimitrakos
   · Stéphane Roy
U20 - Spieler
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Was wurde aus dem ehemaligen Schweizer Stolz in Sachen Nachwuchsförderung? Aus der Schmiede der Gebrüder von Arx, eines Peter Guggisbergs oder eines Beat Gerbers erreichten nur gerade zwei Spieler die erste Mannschaft, wobei nur Stefan Moser als "richtiger" Schweizer bezeichnet werden kann, kam doch Thomas Rüfenacht aus den USA. Doch beide mochten nicht zu überzeugen. So befinden sich die SCL Tigers wie die anderen Organisationen in einer unguten Entwicklung. Nun sollte der Verwaltungsrat die Zeichen der Zeit erkannt haben und darauf reagieren.
Zusammenfassung Die SCL Tigers haben ein schweres Jahr hinter sich. Erst als es fast zu spät war, konnten sie sich noch retten und so das Jahr in die richtigen Bahnen lenken. Zu Saisonbeginn wurden die Ziele hochgesteckt und das Ziel war die Qualifikation für die Playoffs. Doch wie es im Leben so geht, fanden sich die Tigers im Abstiegskampf und in finanziellen Nöten wieder. Doch wie in Gotthelfs Geschichten fanden auch die Langnauer zurück zum Ursprung. Wenn auch etwas spät, so doch zur richtigen Zeit.

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