Vorschau: Genève-Servette HC
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Die Adler sind böse geworden

Von Urs Berger

In Genf steht eine wichtige Saison vor der Türe. Die Sponsoren müssen zufrieden gestellt werden, das Budget für die nächste Saison sollte nach Möglichkeit erhöht werden und die wichtigen Spieler müssen in Genf gehalten werden. Ob dies alles gelingt, hängt in erster Linie vom Erfolg der ersten Mannschaft ab. Haben die Genfer Erfolg, könnten sie mit dem Erfolg auch die Sponsoren erreichen. Dadurch ist eine Steigerung des Budgets möglich und die Genfer können in den Umbau des Teams investieren. Doch Vorderhand ist das Ziel die Playoffs zu erreichen und danach so weit wie möglich zu kommen.

Im Torraum vertrauen die Genfer auf alt Bewährtes. Mit Reto Pavoni verfügen sie über einen sicheren Rückhalt und einen ruhenden Pol. Mit seiner Erfahrung und seinem Können wird er für die Adler noch das eine oder andere enge Spiel entscheiden können. Doch was geschieht, wenn er sich verletzt? Dann müssen sich die Genfer auf die Suche nach einem valablen Ersatz machen und so rasch wie möglich einen NLA tauglichen Torhüter finden. Sie verfügen schon über eine Nummer zwei, Dougal Poget, doch verfügt er über noch keine Nationalliga-Erfahrung und spielte bis jetzt hauptsächlich bei den Elitejunioren von Fribourg und Genf. Ober er dem Druck in der Nationalliga A standhalten würde, kann man noch nicht beurteilen.


Valeri Schirjaev: Mit 42 Jahren der älteste Spieler der Nationalliga
Foto: Christian Wassmer
In der Verteidigung stehen mit Wes Snell, Valeri Schirjaev und Goran Bezina technisch versierte, wie auch körperlich starke Spieler im Kader. Wes Snell ist ein unerschrockener Abräumer und er fährt auch dorthin, wo es schmerzt. Seine Checks sind gefürchtet und wo er hin langt, da wächst kein Kraut mehr.

Das pure Gegenteil von Snell ist Valeri Schirjaev. Der ukrainische schweizerische Doppelbürger kann mit seinen 42 Jahren manchem gestandenen Profi in der Schweiz noch etwas vormachen. Mit seinem Stellungsspiel, seinem Schuss und seinem Spielverständnis hat er für jeden Trainer einen Mehrwert. Er läuft nicht die langen Wege eines jungen, ungestümen Verteidigers, er sieht mit seinem Auge, in welche Richtung das Spiel geht, stellt sich dem Angreifer in den Weg und verkürzt dessen Abschlussmöglichkeiten. Auch im Powerplay kann er mit seinen präzisen und harten Schüssen ab der blauen Linie den gegnerischen Torhüter überraschen und kommt so zu seinen Toren. Er kann durchaus noch bis ins hohe (Eishockey-)Alter von 45 eine tragende Rolle spielen.


Yves Sarault wird es wohl auch in Genf krachen lassen
Foto: swiss-image.ch/Andy Mettler
Goran Bezina ist der Verteidigungsminister der Genfer. Mit seinem Schuss kann er, wie Schirjaev, die gegnerischen Torhüter düpieren und manches Tor erzielen. Er ist zwar technisch limitiert, kann aber im Power- und Boxplay sehr viel erreichen. Auch seine Checks kommen kräftig und hart und sind bei den Gegnern gefürchtet. Unter Chris McSorley hat er mehr Selbstvertrauen bekommen und ist nun einer der wichtigsten Spieler der Mannschaft. Dieses gewonnene Selbstvertrauen setzt er nun auch in Punkte um und wird in dieser Saison noch einmal die Produktion erhöhen. So kann man den schon von einer Verteidigung sprechen, die kaum zu überwinden sein wird. Denn diese Drei widerspiegeln die Verteidigung der Genfer gut, welche aus ehrlichen und harten Arbeitern zusammengesetzt ist.

In der Offensive wurden mit Yves Sarault, Jan Hlavac, Yorick Treille und Yanick Lehoux Spieler geholt, die sowohl böse und hart sein können, wie auch über ein gutes Spielverständnis verfügen. Zu den "bösen" Buben kann man Yves Sarault und Jan Cadieux zählen, welche auch mal zulangen und den einen oder anderen harten Check realisieren. Zu den Spielmachern und Vollstrecker zählen Igor Fedulov, Thomas Deruns und Andreas Johansson. Diese Gruppe verfügt über die fast perfekte Mischung aus gesunder Härte und einem gesunden Instinkt für kernige Checks. Denn das Spiel von Chris McSorley baut auf Klugen, technisch versierten Angreiffern auf, welche mit Bandenhoblern und hart arbeitenden Mitspielern ergänzt werden. Wird ein Spiel einmal eng, so kann er innert Sekunden eine reine "Goon"-Linie auf das Eis befördern und den Gegner unsanft bearbeiten. Mit dieser Mischung aus Aggressivität und spielerischen Mitteln sollten die Genfer wieder in die Playoffs kommen. Ausser der Torhüter Pavoni verletzt sich, denn dann haben die Genfer ein grosses Problem.

Die Ausländer

Michal Grosek (S, CZE, bisher)
Jan Hlavac (S, CZE, von Sparta Prag/CZE)
Andreas Johansson (S, SWE, bisher)
Yves Sarault (S, KAN, von Bern)
Yanick Lehoux (S, KAN, von Manchester/AHL)
Yorrick Treille (S, FRA, von Providence/AHL)

Die Testspiele

Siege (7): HC Martigny 7:2, Lausanne HC 6:3, HC Moeller Pardubice (CZE) 6:5, HC Moeller Pardubice (CZE) 4:3, Nürnberg Ice Tigers (D) 3:2, Adler Mannheim (D) 3:1, EHC Basel 4:1

Unentschieden (0): -

Niederlagen (5): HC Fribourg-Gottéron 1:5, HC Lugano 2:6, Kölner Haie 2:8, HC Sierre-Anniviers 3:4, SC Bern 2:4

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