Deutschland-Cup - Vorschau

USA - Die Vereinigten Staaten mit vereinigten Kräften

Von Urs Berger



Achtung, die NHL–Spieler Amerikas kommen nach Europa um zu trainieren und um Spielpraxis zu erlangen! Anders kann man die Zusammensetzung des Kaders der Amerikaner nicht beschreiben. Nicht weniger als 14 Spieler haben NHL-Erfahrung oder stehen bei einem aktuellen Klub unter Vertrag. Doch nicht wenige spielen in Europa, so wie etwa Jeff Halpern, der sich, gemäss eigenen Angaben, in der Ajoje langweilt und gerne in die Hauptstadt Amerikas zurückkehren würde. Doch wie stark sind die Amerikaner wirklich?

Die Amerikaner sind auf dem Torhüterposten ebenso gut besetzt wie die Schweizer, wenn nicht sogar etwas besser. Mit Ty Conklin, von den Edmonton Oilers, und Rick DiPietro von den New Jersey Devils stehen zwei der besten Torhüter der NHL zwischen den Pfosten. Beide agieren mit einem Buterfly–Stil, gehen spät zu Boden und sind auf den Füssen schnell und beweglich. Auch die Arbeit mit der Fanghand und der Stockhand ist stabil. Die einzigen Probleme die beide Torhüter haben, ist, wenn sie am Boden sind, dass sie gerne den oberen Teil des Tores ausser acht lassen oder man sie zwischen den Beinen erwischen kann, da diese nicht ganz geschlossen sind.

Die Verteidigung ist auch nicht von schlechten Eltern. Mit Brett Hauer und mit Dave Tanabe stehen zwei in der Schweiz tätige Profis im Team, welche das Schweizer Eishockey kennen und sie dem Trainer vielleicht den einen oder anderen Hinweis auf die Spielweise der Schweizer geben können. Danaben befinden sich in diesem ausgezeichneten Kader auch Andy Roch, Paul Martin und Mark Eaton, welche alle über viel NHL-Erfahrung verfügen. Im grossen und ganzen eine sehr solide und sichere Abwehr, welche auch über verschiedene Möglichkeiten im Power- und Boxplay verfügt und sicher nicht einfach zu bezwingen sein wird.

Der Sturm verfügt über die richtige Mischung aus Kraft, Technik und Härte. Mit Ted Drury, Jeff Halpern und Tim Connolly stehen dem Amerikanischem Headcoach Tony Granato, der eigentlich die Colorado Avalanche von David Aebischer betreut, erfahrene und technisch versierte Spieler zur Verfügung. Hier müssen die Schweizer auf die schnellen und schnörkellos aufspielenden Amerikaner aufpassen, welche mit viel Tempo in die Angriffszone fahren und rasch den Abschluss mit harten Schüssen suchen. Danach wird die Scheibe in den Ecken oder vor dem Tor wieder erkämpft und die nachrückenden Verteidiger setzen die verteidigende Mannschaft so unter Druck, dass diese Fehler begeht und die USA von diesen profitieren kann.

Doch wie können die Schweizer die Amerikaner bezwingen? Dies wird sicher nicht ganz einfach sein, müssen sie doch sehr kompakt und in der Verteidigung solide aufspielen. Am besten ist es, wenn die Schweizer die Amerikaner das Spiel überlassen, aus einer gesicherten Defensive heraus auf Konter hoffen und David Aebischer in seiner Arbeit so gut unterstützen wie nur möglich. Natürlich sollten sie auch das sicherlich kampfbetonte Spiel der Amerikaner nicht unbedingt mitgehen und diese hie und da in eine dumme Strafe laufen lassen. Denn in dieser Partie wird sicher das Power- und Boxplay eine entscheidende Rolle spielen. Doch lassen wir uns überraschen und schauen zu, wie die vereinigten NHL–Profis gegen das „vereinte“ Schweiz spielen werden. Eine Überraschung ist sicher möglich für die Eisgenossen.




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