Saison-Vorschau 2004/05

ZSC Lions schon jetzt in Saus und Braus

Von Martin Merk



ZSC Lions

hockeyfans.ch-
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Rang 2
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Was gab es doch für Schreckensmeldungen für die ZSC Lions wegen dem Umbau des Hallenstadions zu einer zeitgemässen Arena und der entsprechenden Exilsaison. Millionenverluste wurden budgetiert, von einer oder zwei Sparsaisons mit halbem Nachwuchsteam wurde gesprochen, die Stadt Zürich sprach einen Kredit zu günstigen Konditionen für die Überbrückung auf Kosten der Steuerzahler gut. Das war einmal. Heute steht man vor der Exilsaison und lebt in Saus und Braus. Weder in der letzten, noch in dieser Saison drückte man am Sparhebel oder leistete sich weniger Stars. Letzte Saison verlor man eine Million Franken, diese Saison werden es gar deren sechs sein. Keine Frage: Die Strategie wurde geändert gegenüber ersten Befürchtungen. Man sparte nicht im Vornhinein, sondern möchte sich darauf vorbereiten, auf die Saison 2005/06 im neuen Hallenstadion hin ein meisterwürdiges Team vorzubereiten und die Schulden später abzubauen. Doch dieser Plan wurde womöglich etwas überhitzt, die ZSC Lions sind bereits jetzt ein ernsthafter Meisterkandidat, haben auf dem Transfermarkt zugeschlagen, leisten sich sogar den Luxus, das mit Abstand breiteste Kader der NLA zu haben. Die Fans und VIPs müssen auf der Kunsteisbahn Oerlikon zwar mangels Platz stehen, doch Champagner bekommen sie auf dem Eis bereits jetzt serviert.

Ramholts Zwischenhalt kann für den ZSC wertvoll sein

Die ZSC Lions hatten bereits letzte Saison einen wichtigen Schritt in Richtung neues Hallenstadion getan. Der junge Trainer Christian Weber wurde als Nachfolger von Pekka Rautakallio mit einiger seiner jungen Spieler vom NLB-Farmteam GCK Lions zum Cheftrainer der ZSC Lions befördert. Damit wurde der wichtige Generationenwechsel auf das neue Hallenstadion hin eingeleitet. Weber schied zwar wie Rautakallio im Vorjahr im Halbfinale gegen den HC Lugano aus, doch das Engagement, mit welchem die Lions spielten, war um Welten besser als vor der Blutauffrischung, weshalb das Ausscheiden auch erdenklich knapp war. Nun wurde bereits der nächste Schritt getan: Freie, potentielle Starspieler verpflichtet - koste es, was es wolle. Für die Abwehr wurden Martin Höhener (Servette) und der für ein Jahr aus Kanada zurückgekehrte Tim Ramholt (Cape Breton/QMJHL) verpflichtet. Höhener, der ausserhalb der Region Zürich nicht glücklich wurde, möchte beim ZSC wieder zur Bestform auflaufen. Ramholt möchte auf sein Ziel NHL hin nach einem Jahr im kanadische Spitzennachwuchs noch eine Profisaison in der Schweiz einlegen. Insgesamt stehen etwa 10 NLA-taugliche Verteidiger bereit, mit den jungen Andreas Furrer und Patrick Meichtry von den GCK Lions.

Wesentlich mehr Luxus leistet man sich im Sturm, wo man in der Breite womöglich etwas übertrieben hat. Etwa 20 NLA-taugliche Stürmer befinden sich in der Organisation der ZSC Lions, Platz hat es aber nur für 12 bis 13. Offensiver Hochbetrieb zwischen Zürich-Oerlikon und dem Farmteam-Standort Küsnacht im nordamerikanischen Stil sind vorprogrammiert. Neben den bisherigen Stürmern holte man mit Thierry Paterlini (Davos) und Andreas Camenzind (Kloten) zwei hoffnungsvolle Nationalspieler nach Zürich.

Bringt gute Checks und Tore: Thierry Paterlini
Mit Roland Gerber (SCL Tigers) und Lukas Grauwiler (Mississauga/OHL) konnte man dazu zwei Stürmer mit Erfahrungen aus den Juniorennationalteams verpflichten, ohne dass man auch Platz für diese hätte. Sowohl Gerber, der bei einem NLA-Spitzenclub spielen wollte, wie auch Grauwiler nach seiner erfolglosen Nordamerika-Saison - er konnte sich zumindest nicht für einen NHL-Draft aufdrängen - müssen mit dem NLB-Team GCK Lions Vorlieb nehmen und erfüllen ihre Verträge somit als Reservisten.

Auch die Ausländerstrategie macht die Plätze im Sturm eng. Neben dem Torhüter Ari Sulander, der die beiden NLB-erfahrenen Torhüter Matthias Schoder, Yves Bürlimann sowie die beiden U18-Nationaltorhüter Reto Berra und Leonardo Genoni hinter sich hat, werden die restliche drei Ausländerplätze im Team durch Stürmer belegt. Auf Jamie Heward (zu den SCL Tigers) und Lonny Bohonos (DEL?) wurde verzichtet und drei Stürmer auf internationalem Niveau geholt. Robert Petrovicky (SCL Tigers) wurde einst mit der Slowakei Weltmeister, war bei den SCL Tigers letzte Saison aufgrund von Verletzungen jedoch nicht die erhoffte Verstärkung. Nun hofft man in Zürich, dass er zur Form aufläuft wie zu seinen Zeiten in Ambrì. Mit Tony Virta (Hämeenlinna/FIN) wurde einer der besten Scorer der finnischen SM-Liiga verpflichtet, der jedoch nicht den Sprung in die Nationalmannschaft für den World Cup schaffte. Der 32-Jährige kehrte vor einem Jahr aus Nordamerika zurück, wo er den Sprung in die NHL aufgrund von physischen und defensiven Schwächen nicht ganz schaffte. Er kann jedoch von der Flügelposition aus für viel Torgefahr sorgen. Mit Randy Robitaille (Atlanta/NHL) konnte ein echter NHL-Spieler verpflichtet werden, der einen sicheren Arbeitsplatz in Europa dem Pochen auf eine Lockout-Ausstiegsklausel vorzog. Der 28-Jährige Kanadier, der als vielseitiger Stürmer vorzugsweise als Center und im Bullykreis eingesetzt wird, bestritt in seiner Karriere bis im Frühjahr 324 NHL-Spiele (52 Tore, 97 Assists).

Nichts ist unmöglich: Routiniers wie Edgar Salis im Farmteam-Dress

Mit diesem Kader haben die Zürcher - ein Jahr früher als vorgesehen - ein Team beisammen, das als ernsthafter Meisaterkandidat angesehen werden kann. Dabei wäre ein Meistertitel bereits im kommenden Frühling angesichts der Hallensituation schon fast schade und herausgeworfenes Geld. Doch mit diesem hausgemachten Problem muss die Clubführung nun leben. Nachteilig könnte sich die Amerikanisierung im Verhalten zu den Spielern auswirken, welche nicht überall anzukommen scheint. Zwar wird der Trainer Christian Weber zufrieden sein über die grosse Auswahl an Spielern. Doch dass diese alle paar Tage herumgeschoben werden und nicht im Klaren waren, wo sie stehen und spielen, wie dies in der Vorbereitung geschah, sorgte in der Kabine hinter vorgehaltener Hand für Unstimmigkeiten. Der Sportchef Simon Schenk schliesst deshalb Abgänge während der Saison nicht aus. Trotz allen Unstimmigkeiten aber waren die Resultate in der Vorsaison mehr als gut.



Vorbereitung:
Siege: GCK Lions (NLB) 9:3, Luleå (SWE) 3:2, Tappara Tampere (FIN) 3:2, Kärpät Oulu (FIN) 3:1, Ambrì 5:3, Fribourg 8:1, Kloten 4:1, Rapperswil 4:1
Remis: Liberec (CZE) 3:3
Niederlagen: Linköping (SWE) 2:5, Bern 2:5, Sparta Prag (CZE) 1:2




Transfers
Zuzüge
   · Andreas Camenzind (Kloten, bis 2006) stats
   · Thierry Paterlini (Davos, bis 2007) stats
   · Roland Gerber (SCL Tigers, bis 2006) stats
   · Robert Petrovicky (SCL Tigers, bis 2005 + Option) stats
   · Martin Höhener (Servette, bis 2007) stats
   · Patrick Meichtry (GCK Lions, bis 2005) stats
   · Yves Bürlimann (GCK Lions, bis 2005) stats
   · Andreas Furrer (GCK Lions, bis 2005) stats
   · Lukas Grauwiler (Mississauga/OHL, bis 2005) stats
   · Tim Ramholt (Cape Breton/QMJHL, bis 2005) stats
   · Randy Robitaille (Atlanta/NHL, bis 2006) stats
   · Tony Virta (Hämeenlinna/FIN, bis 2006) stats
Abgänge:
   · Patric Della Rossa (Zug) stats
   · Jakub Horak (Servette) stats
   · James Heward (SCL Tigers) stats
   · Michael Hofer (Kloten) stats
   · Gian-Carlo Hendry (GCK Lions) stats
   · Mark Ouimet (SCL Tigers) stats
   · Mike Richard (GCK Lions) stats
   · Lonny Bohonos (Frankfurt/DEL?) stats
   · Christian Matte (?) stats



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